JSP Develop Newsletter #16 vom 01.10.2002

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser! Der aktuelle Newsletter steht im Zeichen der uns
bevorstehenden Systems 2002, die in der "Neue Messe München" stattfinden wird.
Wir dürfen auf neue Technologien gespannt sein und freuen uns auf das bevorstehende
Event.

Der Umzug unserer beiden Portale (jsp- und j2ee-develop) ist reibungslos verlaufen
und wir können nun durch unseren dedizierten Web-Server mit mehr Power und neuen
Möglichkeiten starten. Wir wollen auch weiterhin aktiv in der Java Community sein und
freuen uns auf aktive Teilnahme in unseren Foren.

Viel Spaß beim aktuellen Newsletter!

Marc & Jörg


News


Systems 2002

Die Systems 2002 hat vom 14.-18. Oktober ihre Tore im Messezentrum München
geöffnet. Die Software Development Area befindet sich in der Halle A1. Der Hallenplan
kann auf der Internetseite eingesehen werden. Man darf gespannt sein welche Innovationen
auf der Systems präsentiert werden.

Quartz

Quartz ein Job Scheduler für J2SE and J2EE Applikationen ist verfügbar. Quartz unterstützt
das Speichern von Jobs im RAM und Datenbanken (via JDBC). Quartz beinhaltet "high-end"
Funktionen, wie beispielsweise Transaktionen und komplexes Job Scheduling.

JavaServer Faces

Die JavaServer Faces Spezifikation und API ist veröffentlicht worden. JavaServer Faces
beinhaltet APIs für die Entwicklung von Web-Anwendungen, die sich aus weiterführenden
User Interface Komponenten zusammensetzen. JavaServer Faces managen den Status
von User Interfaces sowie Events und behandeln Funktionen wie die Eingabevalidierung
und Internationalisierung.


Logo OIO


Hauskonferenz 2002 zu XML und Java

Auf vielfachen Wunsch hat das Unternehmen Orientation in Objects (OIO) am 12.09.2002
in Mannheim
eine Konferenz zu den Themen XML und Java veranstaltet. OIO bietet
Schulungen, Beratung und Entwicklung auf Basis der XML- und Java-Technologie an
und engagiert sich sehr stark im Open Source Bereich.

Die von uns besuchten Tracks im Rückblick:


Struts

Als Frühstarter besuchten wir zuerst den Struts-Track. Neben der Einführung und Erläuterung
der Kerntechnologie (MVC-Framework) ist der Referent auch auf den praktischen Einsatz von
Struts in WEB-Projekten eingegangen. Die J2EE Presentation Patterns (Front Controller,
View Helper, etc.) auf denen Struts basiert und deren Zusammenspiel, wurden ebenso
besprochen, wie spezielle Struts-Features so beispielsweise die Struts Tag Libraries.
In der Folge des Vortrages ist die Struts Action Class, die Validierung und Internationalisierung
mit Struts betrachtet worden. Der Vortrag hat auch Tiles (Template Erweiterung) mit einbezogen
und ausführlich die Konfiguration von Struts behandelt. Insgesamt hat der Vortrag angeregt
seine WEB-Anwendungen auf MVC-Basis und mit Struts als konkrete MVC-Umsetzung
aufzubauen.


JNLP und Java Web Start

Thomas Forster hat über das Java Network Launching Protocol (JLNP) und Java Web Start
referiert. Neben der Erläuterung wie Java Web Start angewendet wird, hat der Vortragende auch
die Konfiguration des JLNP-Files und implementierungsspezifischen Details von Java Web Start
betrachtet. Das inkrementelle Update von Java Web Start und die Web Start API für die Programm-
entwicklung haben den Vortrag von Herrn Forster angereichert. Java Web Start ist eine interessante
Technologie für das Deployment/Installation von Java-Anwendungen, die über den Browser installiert
werden und im Kontext des Web Start Anwendungsmanager laufen. Java-Anwendungen gewinnen
durch Web Start auch im Desktop-Bereich wieder an Boden und das Transfervolumen im Client-/Server-
Umfeld wird durch Web Start Anwendungen positiv beeinflusst, weil ausschliesslich Nutzdaten zwischen
Client und Server übertragen werden können.

EJB 2.0 Persistenz

Der Konferenzvortrag von Dirk Sohn handelte von den Funktionalitäten, welche die EJB 2.0 Spezifikation
in Bezug auf Entity Beans und den Domain-Layer mit sich bringt. Herr Sohn hat die wesentlichen Punkte
von Container Managed Persistence (CMP) auf Basis von EJB 2.0, Local Interfaces, EJB-QL sowie
Selektoren und Finder-Methoden betrachtet und praxisorientiert erläutert. Sehr gut war der Bezug zur
EJB 1.1 Spezifikation, deren Restriktionen und die einhergehenden Workarounds, die bei der Entwicklung
von Entity-Beans oft in Projekten eingesetzt worden sind. Container Managed Persistence im Kontext der
EJB 2.0 Spezifikation definiert abstrakte "getter" und "setter" Methoden sowie die Deklaration der CMP-
Felder im Deployment-Deskriptor. Die Schreib- (Dirty Flags) und Leseoptimierung (Lazy Loading) wird im
Falle von CMP auf Basis eines EJB 2.0 kompatiblen Application Server transparent für den Entwickler
gehandhabt. Ein Interessanter Vortrag zu einer der Basistechnologien im J2EE-Umfeld.

JBoss Application Server

Steffen Schluff hat über den Open Source Application Server JBoss in der vorliegenden Version 3.x berichtet.
Nach der Einführung hat Steffen Schluff die Vorteile von JBoss im Bezug auf kommerziell verfügbare Application 
Server herausgestellt. Besonders interessant war dabei auch die Betrachtung der JBoss Architektur und die
JBoss EJB 2.0 Funktionen. JBoss besteht im Kern aus einem schlanken Micro Kernel, der die Laufzeitservices
(Servlet Container, EJB-Conteiner, etc.) managed. Die Vorführung wie Services zur Laufzeit hinzugefügt
werden können war beeindruckend. JBoss unterstützt bereits die JMX-Spezifikation und MBeans. Der Micro
Kernel von JBoss basiert auf einem MBean-Server und die Architektur von JBoss fusst auf JMX. Die JMX-
Konsole mit der JBoss administriert werden kann, wurde ebenso betrachtet wie weiterführende Themen zum
Beispiel Clustering-Szenarien. Besonders gut fanden wir den Bezug zur praktischen Arbeit und den Austausch
der Projekterfahrung mit JBoss. Wir sind gespannt wie sich JBoss weiterhin gegen die kommerziellen Konkurenten
im Application Server Markt behaupten wird, im Open Source Bereich ist JBoss bereits die Plattform der Wahl für
EJB-Anwendungen.

Fazit

Bei der Konferenz wurden über den ganzen Tag hinweg Tracks zu aktuellen Java und XML-Themen
präsentiert. Die sehr gut besuchte Veranstaltung war ein voller Erfolg. Neben den technisch interessanten
Tracks und Diskussionen zu Java und XML, hat auch die persönliche Atmosphäre und Verpflegung gestimmt.
Die offene Kultur des Veranstalters hat auch über die Tracks hinaus zu genügend Gesprächsstoff über die
Weiterentwicklung der Java und XML-Technologie sowie den aktuellen Entwicklungen im Open Source Bereich
geführt. Interessierte Leser sollten sich das von OIO geführte Open Source Projekt bei Sourceforge ansehen.


Buchvorstellung

Applied Java Patterns
Autoren: Stephen Stelting und Olav Maassen
ISBN: 0-13-093538-7
Verlag: PRENTICE HALL

Das Buch aus der Java Series widmet sich den J2SE- und J2EE-Patterns. Das Buch ist für fortgeschrittene
Java-Entwickler und -Architekten interessant, die auf Basis von Patterns robuste Software umsetzen möchten.
Nach der Einführung und dem Klären der Fragen: "Was sind Patterns?" und "Warum ist es von Vorteil Patterns
einzusetzen?" gehen die beiden Autoren auf die Beschreibung der Patterns ein. Dabei werden die Patterns in
Kategorien eingeteilt - Creational Patterns (Factory, Singleton, Prototype), Behavioral Patterns (Command,
Interpreter, Iterator, Mediator, Memento, Observer, etc.) Structural Patterns (Adapter, Bridge, Composite,
Facade, etc.) und System Patterns (MVC, Session, Callback, etc.). Anhand der Aufzählung erkennt man,
dass durchgängig die bekannten Patterns betrachtet werden. Die Beschreibung der Patterns beinhaltet
UML-Diagramme und Java Source Code Beispiele.

In der Folge werden in dem Buch die Java Core APIs sowie rudimentär auch die J2EE-Architektur behandelt.
Das Buch ist sehr strukturiert aufgebaut und beschreibt die Patterns nach einem einheitlichen leicht verständlichen
Schema. Besonders gut finden wir die ausführlichen und kompletten Source Code Beispiele, die zeigen dass
Patterns nicht nur Theorie sind, sondern eine echte Hilfe bei der Software-Entwicklung darstellen. Das Fazit lautet
deshalb - interessanter Titel - den man in sein Bücherregal aufnehmen sollte.


Link des Monats

Der Link des Monats führt zum XML-Tokenizer. Der XML-Tokenizer lehnt sich an den Java String- und Stream-
Tokenizer an und eignet sich für das zerlegen eines XML-Dokumentes in Tokens, die in der Folge weitervererabeitet
werden können.


Anregungen, Kritik oder Vorschläge an: webmaster@jsp-develop.de.

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